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Arbeitskreis Schule neu denken

Wir stellen uns vor
In der Agenda 21 werden Handlungsfelder der Zukunft beschrieben. Ein Handlungsfeld ist Bildung als Schlüssel zu einer nachhaltigen Entwicklung. Sie soll die Menschen dazu befähigen, aktiv eine ökologisch verträgliche, wirtschaftlich leistungsfähige und sozial gerechte Umwelt zu gestalten. Wir sind Bürgerinnen und Bürger, denen das Thema „Schulbildung“ am Herzen liegt. Wir sind aus einer Elterninitiative entstanden, die sich seit Mai 2007 für ein längeres gemeinsames Lernen der Kinder einsetzt.

Zur Umsetzung der von uns definierten Ziele gehören auch Visionen, wie eine Schule der Zukunft ausgestaltet sein müsste. Eine Schule, die in ihrer Gesamtheit all das erfüllt, was wir Eltern uns für die optimale Entwicklung und Ausbildung unserer Kinder wünschen.

Die Mitglieder unserer Arbeitsgruppe haben gemeinsam ein Leitbild für "Unsere Wunschschule" entwickelt, das wir Ihnen hier vorstellen möchten.
Leitbild für unsere "Wunschschule"


Veranstaltungsreihe bis zu den Sommerferien 2012
Die Ergebnisse der Elternbefragung zeigen, dass es einen großen Informationsbedarf in der Öffentlichkeit und vor allem bei den Eltern von Schulkindern und Vorschulkindern gibt, z.B. zu den Themen:
  • Gemeinschaftsschule - Ganztagesschule
  • Individueller Unterricht in heterogenen Klassen
  • Leistungsbeurteilung ohne Noten uvm.
Eine Reihe von Vorträgen mit hochkarätigen Referenten soll dazu beitragen,  offene Fragen zu beantworten und Entscheidungshilfen zu geben.

Ein gemeinsame Veranstaltung in Form eines Vortrages und Meinungsaustausch
mit der Deutsch - Finnischen Gesellschaft e. V. :
Dienstag 19.6.2012 um 19.30 Uhr, Spohnmensa Ravensburg
Referentin Heli Europaeus Bildungsberaterin : „Wie gelingt erfolgreiches Lernen“


Zentrale Ergebnisse der Elternbefragung

Der Agenda-Arbeitskreis „Schule neu denken“ hat mit Unterstützung der Stadt Ravensburg im Mai 2011 eine Umfrage unter Eltern zur Schulsituation der Kinder in Ravensburg durchgeführt.

An 5200 Schülerinnen und Schüler wurden Fragebögen ausgeteilt, für 3419 von ihnen beantworteten die Eltern die detaillierten Fragen. Dieser Rücklauf von 66 Prozent ist äußerst hoch und zeigt, dass Eltern über die Schulsituation ihrer Kinder gehört werden wollen. Dies gilt für alle Schularten: Grundschule, Hauptschule, Werkrealschule, Realschule, Gymnasium und Förderschule.

Unter den teilnehmenden Eltern befinden sich Alleinerziehende und Eltern mit Migrationshintergrund in repräsentativem Ausmaß. Etwas überrepräsentiert sind Eltern mit höherer Bildung (Abitur / Hochschule).

Die Fragen betreffen die Einschätzung
  • wie wohl sich Kinder in der Schule fühlen
  • welche Sorgen die Eltern in Bezug auf die derzeitige und zukünftige schulische Entwicklung der Kinder haben
  • welche Forderungen Eltern an eine gute Schule stellen und wie sie sich die Schule in Zukunft wünschen.
Die Umfrage wurde von der Pädagogischen Hochschule Weingarten unter Federführung von Professorin Diemut Kucharz ausgewertet. Den wissenschaftlichen Bericht finden Sie hier:
Statistische Auswertung der Elternbefragung in Ravensburg - Prof. Diemut Kucharz, PH Weingarten

Eine kommentierte Darstellung der Agenda-Gruppe unter Betonung der Fragen, die für die Schulentwicklung in Ravensburg von Bedeutung sind, finden Sie hier:
Erläuternde Zusammenfassung der Auswertungsergebnisse, Agenda AK Schule neu denken

Ein Exemplar des Fragebogens:
Fragebogen, Agenda AK Schule neu denken

Die wichtigsten Ergebnisse der Elternbefragung in Kürze:

Wohlfühlen in der Schule
Insgesamt stellen die Eltern den Ravensburger Schulen und den Lehrerinnen und Lehrern ein gutes Zeugnis aus, was das persönliche Befinden ihrer Kinder in der Schule angeht. Kinder gehen gern in die Schule, werden von den Lehrerinnen und Lehrern geschätzt und gerecht behandelt. Sie finden Freunde, ihr Selbstbewusstsein entwickelt sich positiv. Allerdings sind viele (45 Prozent) auch erschöpft nach der Schule und bei immerhin 31 Prozent sind Motivation und Lernbereitschaft zurückgegangen. 38 Prozent der Kinder werden nach Angaben ihrer Eltern nicht oder eher nicht ihren Fähigkeiten entsprechend individuell gefördert und 36 Prozent erhalten keine oder eher keine gezielte Unterstützung bei Schwierigkeiten. Insgesamt nimmt der „Wohlfühlfaktor“ von den ersten Jahren der Grundschule bis zum Ende der Schulzeit in Klasse 13 stetig ab.

Sorgen der Eltern
Sorgen machen sich Eltern einerseits, weil Freizeit und Hobbys zu kurz kommen (diese Sorge belastet vor allem die Gymnasialeltern), andererseits sorgen Eltern sich aber auch, dass das Kind nicht genug lernt, um für die Zukunft gerüstet zu sein (dies beobachten mehr die Haupt- oder Realschuleltern), oder weil das Kind Lust und Spaß am Lernen verloren hat. Am wenigsten Sorgen machen sich die Eltern von Grundschulkindern.

Anforderungen an eine ideale Schule und Weiterentwicklung des Schulsystems
Erhebliche Kritik an einzelnen Wirkungsfaktoren des derzeitigen Schulsystems haben besonders die gut gebildeten Eltern geäußert. Eine Mehrzahl aller befragten Eltern (56 Prozent) lehnt die Aufteilung der Kinder in unterschiedliche weiterführende Schularten bereits nach Klasse 4 ab, 61 Prozent sehen keine Chancengleichheit für Kinder unterschiedlicher Herkunft und 67 Prozent verneinen die gleichermaßen gute Förderung von leistungsschwachen wie leistungsstarken Schülerinnen und Schülern im heutigen Schulsystem.

Geteilter Meinung sind Eltern, was das längere gemeinsame Lernen von Schülerinnen und Schülern bis Klasse 10 angeht. 48 Prozent der Eltern lehnen die gemeinsame Beschulung bis Ende der Sekundarstufe I ab, immerhin 46 Prozent stimmen jedoch zu, dass alle gemeinsam so lange in die Schule gehen sollen. Diesem hohen Prozentsatz der Eltern, die für ihre Kinder ein längeres gemeinsames Lernen als sinnvoll erachten, entspricht das strikte dreigliedrige Schulsystem in keiner Weise. Positiv wird auch von einer Mehrzahl der Eltern eine gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung gesehen, wenn die entsprechenden Fördermöglichkeiten für alle Kinder gegeben sind.

Noten halten Eltern mehrheitlich für notwendig. 56,2 Prozent meinen aber auch, dass Noten kein exaktes Bild von der Leistungsfähigkeit eines Schülers/einer Schülerin widerspiegeln .

Besonders wichtig ist den Eltern bei ihren Wünschen für die Ausgestaltung der Schulen, dass die Lehrerinnen und Lehrer genug Zeit für ihre Schülerinnen und Schüler haben, dass Werte wie Menschlichkeit und Verantwortung vermittelt werden und dass die Ziele des Bildungsplanes zuverlässig erreicht werden. Die Forderung nach der Vermittlung lebenspraktischer Dinge nimmt ebenfalls einen hohen Rangplatz ein.

Nach Ansicht der Agenda-Gruppe sollten von den Verantwortlichen der Stadt, der schulpolitischen Gremien, der Fraktionen und Verbände
  • die Sorgen der Eltern Beachtung finden - trotz der überwiegenden Zufriedenheit mit den Ravensburger Schulen
  • die geäußerte Kritik ernst genommen werden
  • die Elternwünsche in die Schulentwicklungsplanung der Stadt Ravensburg einfließen
  • die Elternmeinung als Grundlage sowohl für die Entwicklung neuer Schulformen als auch für Verbesserungen in den bestehenden Schulen dienen
Die Agenda Gruppe „Schule neu denken“ bedankt sich recht herzlich bei allen Eltern, die den Fragebogen ausgefüllt haben und bei den Elternbeiräten der Schulen, die die Verteilung ermöglicht haben.
 

Unser Anliegen

PISA-Studien belegen seit Jahren die Mängel unseres Bildungssystems. Dennoch kommt es zu keinen tief greifenden Reformen. Viele Eltern und LehrerInnen haben resigniert. Wir möchten aufrütteln und zum Nachdenken und Diskutieren über unser Schulsystem anregen. Dazu bieten wir ein Forum, in dem offen, sachlich, kreativ und frei gedacht, gesprochen und diskutiert werden kann. Durch Informationsveranstaltungen (Vorträge, Filmabende) wollen wir die breite Öffentlichkeit für das Thema „Schulbildung“ sensibilisieren und dazu beitragen, dass ideologische Grabenkämpfe überwunden werden.

Unsere Ziele
  • Kindgerechte Schulen, d. h. nicht das Kind muss „schulreif“ sein, sondern die Schule muss sich auf die Denkweise und Reife der Kinder einstellen
  • Bildungsgerechtigkeit/Chancengleichheit für alle Kinder unabhängig vom familiären Hintergrund/von sozialer Herkunft
  • Abschaffung der Grundschulempfehlung und längeres gemeinsames Lernen aller Kinder
  • Neue pädagogische Konzepte, die die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes in den Mittelpunkt stellen und die LehrerInnen dazu befähigen, in leistungs-heterogenen Klassen zu unterrichten
  • Wissenschaftliche Erkenntnisse (Pädagogik, Hirnforschung, Psychologie, …) müssen anerkannt und im Schulalltag umgesetzt werden
  • Erhalt von wohnortnahen Schulen
     
Was wir bisher getan haben

  • Am 22.Oktober 2008 haben wir den Vortrag "Schule geht auch anders - ein Thurgauer Weg" im Schwörsaal organisiert.
  • Wir haben in Ravensburg eine Unterschriftenaktion für ein neues Schulsystem gestartet und bis jetzt über 1.600 Unterschriften gesammelt.
  • Am November 2007 haben wir einen Gesprächsabend über das finnische Bildungssystem mit der finnischen Bildungsexpertin Kati Jauhiainen veranstaltet.
  • Im Februar 2008 haben wir einen Film- und Gesprächsabend mit dem Titel „Wir können auch anders“ – Einheitsschule, Gesamtschule, dreigliedriges Schulsystem oder doch lieber Gemeinschaftsschule? veranstaltet.
  • Am 10.7.2008 fand ein Vortragsabend mit Dr. Ernst Rösner, Universität Dortmund statt. Titel: „Schulentwicklung in Baden-Württemberg – Perspektiven angesichts rückläufiger Schülerzahlen“.
  • Seit Mai 2008 organisieren wir regelmäßig öffentliche Treffen. Wir zeigen Filme oder Filmausschnitte zum Thema „Schulbildung“, kommen anschließend über die Inhalte miteinander ins Gespräch und setzen uns Themenschwerpunkte.
  • Oktober 2008: Informationsabend mit dem Titel „Schule geht auch anders – ein Thurgauer Weg“ mit Bruno Fink und Ruth Frei, Pädagogen aus Alterswilen, Schweiz und Workshop am Familientag zum Thema „Schulen, die unseren Kindern gut tun.“
  • Februar 2009: Podiumsdiskussion mit Dr. Margret Ruep, Rektorin PH Weingarten, Claus Munkwitz, Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Stuttgart, Rita Haller, Landesvorsitzende Realschullehrerverband, Bernd Saur, Erster Vorsitzender Philologenverband, Bernd Dieng, Verein Länger gemeinsam Lernen BW, Prof. Dr. Albert Scherr, PH Freiburg
  • Oktober 2009: Vortrag "Schulen in Baden-Württemberg - Brauchen wir wirklich mehr Geld für bessere Bildung? Elke Lüdemann, Bildungsökonomin am Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung München hat zur aktuellen Schuldebatte referiert.
  • Entwicklung eines Elternfragebogens als Reaktion und Weiterführung der Aktion Elternansprache in der SZ vom 27.11.2009 (Welche Vorstellungen, Wünsche und Forderungen bestehen im Blick auf die Schulbildung der eigenen Kinder?) Wir möchten Eltern in Bewegung bringen und zur Mitsprache anregen (anonym). Die Anregungen der Elternschaft sollen im neuen Schulmodell Eingang finden bzw. als Input für den neuen Arbeitskreis zur Schulentwicklung dienen.
  • Teilnahme am Workshop für die Entwicklung einer Modellschule in Ravensburg
  • Mai 2010: Der Aufnahme der Agendagruppe "Schule neu denken" mit Stimmrecht in den Beirat für Schulentwicklungsplanung wird zugestimmt durch Abstimmung im Gemeinderat
  • Juni 2010 Informationsveranstaltung sowie Mitmachaktionen zum Bildungsnotstand: Bauen Sie mit an unserer Modellschule!
  • Am 19. November 2010 haben wir eine Lichterkette auf dem Marienplatz für die Modellschule Ravensburg organisiert
  • Juni 2010 Informationsveranstaltung sowie Mitmachaktionen zum Bildungsnotstand:Bauen Sie mit an unserer Modellschule!
  • 2011: Verteilung eines von der Gruppe entwickelten Elternfragebogens als Grundlage für die Ravensburger Modellschule – Detailauswertung des starken Rücklaufs von 64 Prozent im Herbst 2011
  • Am 29. Februar 2012 Vortrag "Gemeinschaftsschule – so kann das funktionieren" mit Rolf Schönenberger, erfahrener Schulentwickler und Leiter der Sekundarschule und Thurgauer Sport-Tagesschule in Bürglen in der Schweiz berichtete von einem ganz anderen Schulalltag und einer ganz anderen Organisation
  • Am 23. April 2012: "Schule kann gelingen": Ein Mut-Mach-Vortrag mit dem Referenten Albert Meyer, der als Pädagoge den Entwicklungsprozess der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden von einem Gymnasium zur integrativen Schule 1986 mitgestaltet hat. Die Schule erhielt 2007 den Deutschen Schulpreis. Albert Meyer hält weltweit Vorträge und baut ein internationales Netzwerk für innovative Schulen auf.
    Pädagogisches Konzept der Helene-Lange-Schule:
    • Andere Formen des Lehrens und Lernens
    • Fördern einer Kultur der Anerkennung und Wertschätzung
    • Verantwortung übernehmen
    • Selbstständig lernen und planen
    • Beraten und Bewerten
Beispiele gut funktionierender Modellschulen finden Sie hier:
Wenn Sie bei uns mitarbeiten wollen, sind Sie herzlich willkommen.

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Telefon 0751 82-234
Telefax 0751 82-60234


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